Beikost einführen – Schritt für Schritt mit dem Beikostplan

Du bist wahrscheinlich selbst ganz überrascht, wie schnell dein Baby gewachsen ist und wie plötzlich du dich jetzt mit dem Thema „Baby Brei“ auseinandersetzt. Vielleicht bist du selbst auch etwas aufgeregt vor dem großen nächsten Schritt, den du mit deinem Baby machst, oder schaust nur schon mal ganz neugierig vorbei, was dich bald erwartet. Egal was der Grund ist, ich versuche dir die wichtigsten Fragen zum Thema „Beikost einführen“ zu beantworten, zeige dir einen Beikostplan und habe einige Baby Brei Rezepte für dich gesammelt, sodass du den Baby Brei auch ganz leicht selbst machen kannst.

Eigentlich ist die Beikosteinführung kinderleicht und wenn du dich ein bisschen informierst und letztlich auf dein Bauchgefühl hörst, denn du kennst dein Baby am besten, dann werdet ihr beide viel Freude daran haben gesunden Essen auszuprobieren. Das wichtigste ist flexibel zu bleiben. Es gibt lediglich Empfehlungen, die du natürlich an euren Alltag anpassen kannst.

Beikost – was bedeutet das für dein Baby?

Bisher wurde dein Baby ausschließlich gestillt oder mit der Flasche gefüttert und hat dadurch alles bekommen, was es braucht, um in den ersten Monaten zu wachsen. Ab dem 5. Monat, kann die Milch nach und nach durch Beikost ersetzt werden. Damit sind alle Nahrungsmittel gemeint, die dein Baby neben der Milch bekommt, wie Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Fisch. Dies erfolgt schrittweise und in natürlich in eurem Tempo.Ist dein Baby bereit für den ersten Löffel?

Ist dein Baby bereit für den ersten Löffel?

Die Frage aller Frage. Wann kann ich mit der Beikost starten? Ist mein Baby bereit für Brei? Mit dem Beginn des 5. Monats und dem Ende des 6. Monats sind die allermeisten Babys bereit für den ersten Brei. Grundsätzlich empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Säuglinge in den ersten 6 Monaten ausschließlich gestillt werden sollen.

Beobachte dein Baby zu Beginn des 5. Monats einfach mal. Zeigt es die ersten Anzeichen, dass es bereit ist für den ersten Löffel?

Diese kleinen Anhaltspunkte können dir helfen:

  • Dein Baby kann den Kopf selbstständig halten und mit deiner Hilfe aufrecht sitzen, sodass es sich nicht verschlucken kann.
  • Dein Baby ist ein neugieriger Beobachter geworden und versucht sich selbst etwas in den Mund zu stecken. Vielleicht kaut es an seinen Händchen.
  • Bisher hat dein Baby mit der Zunge feste Nahrung herausgeschoben. Dies war ein Schutzmechanismus, der aber mit etwa einem halben Jahr verschwindet und das Baby erlangt die Fähigkeit Essen herunterzuschlucken.

Wenn du ein gutes Gefühl hast, dann probiere es doch einfach mal aus. Ein guter Moment ist sicherlich ein Tag, an dem ihr etwas Ruhe habt, das Vormittagsschläfchen hinter euch liegt und dein Baby Appetit hat. Vielleicht funktioniert es mit zwei, drei Löffelchen und dein Baby ist Feuer und Flamme und freut sich über den neuen Geschmack. Und wenn nicht, dann mach eine Pause und versuche es ein paar Tage oder auch eine Woche später noch einmal und bleib solange bei den gewohnten Milchmahlzeiten.

(wie immer gilt, wenn du unsicher bist, dann frag gerne auch mal deinen Kinderarzt oder deine Hebamme. Sie kennen dein Baby bestens und können dir einen guten Rat geben)

Baby Lead Weaning – der breifreie Weg der Beikosteinführung

Vielleicht ist dein Baby auch nicht der Typ Brei, sondern dein Baby möchte lieber mit seinen ganzen Sinnen das Essen erfahren und alles selbst in die Hand nehmen. Wie es funktioniert auf Löffel und Brei zu verzichten und dein Baby selbstbestimmt essen zu lassen, dass kannst du in meinem ausführlichen Artikel über Baby led weaning nachlesen.

Der Beikostplan – eine Orientierungshilfe für euren Start

Einzelne Milchmahlzeiten werden nun schrittweise durch die Beikost ersetzt. Wenn es am Anfang nur wenige Löffel sind, dann gib deinem Baby danach wie gewohnt die Milch. Erst wenn es von dem Brei statt geworden ist, kannst du die ganze Milchmalzeit ersetzen.

Zu Beginn der Mittagsbrei ab dem 5. Monat

Schritt 1: Gemüsebrei

Da dein Baby bisher nur gestillt worden ist oder die Flasche bekommen hat, kommen mit dem ersten Brei viele Geschmackeindrücke auf dein Baby zu. Daher starte mit einem einfachen Gemüsebrei aus Möhren, Kürbis oder Pastinaken.

Hier findest du das Grundrezept und Rezepte für den Möhren-Brei, Kürbis-Brei

Sinnvoll ist es 2-3 Tage bei einer Gemüsesorte zu bleiben, um zu schauen, ob dein Baby das Gemüse gut verträgt. Wenn dem so war, kannst du danach auf das nächste Gemüse umsteigen. Gerade am Anfang der Beikosteinführung sind die Kleinen doch noch empfindlich, denn ihr Magen kennt ja noch keine festen Lebensmittel.

Schritt 2: Gemüse-Kartoffel Brei

Sobald dein Baby den Gemüsebrei gerne isst, was bei manchen ein paar Tage dauert, oder auch eine Woche, kannst du Kartoffeln und Rapsöl zum Gemüse dazu geben. Das macht den Brei sämiger und natürlich auch gehaltvoller. Erweitere die Gemüseplatte um Zucchini und Pastinaken. Salz und andere Gewürze brauchen noch nicht in den Brei, gerade Salz belastet die Nieren von Kindern und entziehen deinem Baby zu viel Flüssigkeit.

Warum kommt Rapsöl in den Brei?

Für die Entwicklung von Babys sind gesunde Fettsäuren sehr wichtig, denn Babys wachsen schnell und bilden viele neue Zellen. Insbesondere sind viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren im Rapsöl enthalten, die für den Körper essenziell sind, da er sie nicht selbst herstellen kann. Außerdem kann der Körper die fettlöslichen Vitamine wie Beta-Carotin so besser aufnehmen. Es gibt raffinierte und kalt gepresste Öle. Letztere werden besonders schonend gepresst und sind besonders kräftig im Geschmack. Für das Anbraten eignen sich raffinierte Öle besser, da die kalt gepressten bitter werden können. Für Babys Brei ist sowohl raffinierter als auch kalt gepresstes Rapsöl geeignet und wird gut vertragen. Ersatzweise kann man auch zu Oliven- oder Sonnenblumenöl greifen.

Schritt 3: Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei oder Gemüse-Kartoffel-Fischbrei oder Gemüse-Kartoffel-Getreidebrei

Der letzte Schritt in der Mittagsbreieinführung wird durch die Zugabe von Fleisch, Fisch oder Getreide vervollständigt. Nachdem dein Baby den Gemüse-Kartoffel-Brei problemlos akzeptiert und gerne isst, kannst du anfangen Fleisch oder Fisch in kleinen Mengen unterzumengen.

Kleine Mengen bedeuten ca. 20g mageres Fleisch vom Rind, Kalb, Schwein, Lamm oder Geflügel. Es ist sicherlich sinnvoll hier auf gute Qualität, am besten sogar Biofleisch zu achten, somit kannst du sicher sein, dass keine Schadstoffe oder Antibiotika verfüttert worden sind.

Fleisch ist ein hervorragender Eisenlieferant. Daher empfiehlt es sich 4-mal die Woche mittags mit Fleisch zu kochen. Nicht nur Eisen, auch Zink kommt vor allem in Rindfleisch vor. Ebenfalls ist hochwertiges und leicht verdauliches Eiweiß enthalten, dass für den Muskel-, Zell- und Hormonaufbau wichtig ist. Hier findest du das Grundrezept für den vollständigen Mittagsbrei aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch.

Da die Mengen anfangs sehr klein sind und es manchmal ja auch einfach schnell gehen muss, kann man hier auch guten Gewissens mal auf Gläschen zurückgreifen und diese untermischen. Ich persönlich finde die Produkte von Holle vertrauenswürdig und sie tragen zudem das Demeter-Siegel.  Wenn du keine Gläschen verwenden möchtest, dann kannst du Fleisch auch gut am großen Stück garen, es pürieren und dann in Eiswürfelformen (BPA frei) abfüllen und einfrieren. So hast du schnell kleine Portionen griffbereit.

Neu hinzu kommt bei dem Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei die Zugabe von Vitamin-C-reichen Fruchtsäften, weil dies die Eisenaufnahme unterstützt. Am besten eignen sich Säfte, die von Natur aus viel Vitamin C haben, wie Orangensaft. Du kannst auch einen Saft wählen, der mit Vitamin C angereichert wurden oder man nimmt Bio-Säfte, deren Hersteller einige Säfte mit Acerola- oder Sanddornsaft anreichern. Achte darauf, dass der Saft ein 100 prozentiger Fruchtsaft ist, der keinen industriellen Zucker enthält.

Es empfiehlt sich ebenfalls 2-mal die Woche Fisch unter den Mittagsbrei zu mischen. Fisch ist ein versorgt dein Baby mit lebensnotwendigem Jod, Vitamin D und hochwertigen Omega-3-Fettsäuren. Letzteres ist vor allem in Lachs, Hering und Makrele enthalten und unterstützt so die Gehirnentwicklung und die Immunabwehr. Viel Jod findet man in Seefischen wie Kabeljau und Seelachs. Das wichtigste ist, dass der Fisch grätenfrei ist, also immer mal nachfühlen.

Du möchtest dein Baby vegetarisch ernähren und suchst nach einem Veggie-Brei? Kein Problem, der Beikostplan bietet mit dem vegetarische Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei ebenfalls viel Eisen, wenn du als Getreide Hafer oder Hirse wählst. Ganz wichtig ist hier die Zugabe von Vitamin-C-reichen Fruchtsäften, um die Eisenaufnahme bestmöglich zu garantieren. Der Veggie-Brei schmeckt natürlich auch allen anderen Babys gut.

Wunderbar, mit dem dritten und letzten Schritt der Einführung des Mittagsbreis hast du nun abgeschlossen. Probiere einfach unterschiedliches aus und schaue was deinem Baby guttut und schmeckt. Letztlich weißt du das am besten und der Beikostplan dient nur zur Hilfe und Orientierung.

Der Abendbrei – der warme Milch-Getreide-Brei vor dem zu Bettgehen ab dem 6. Monat

Wenn dein Baby seinen Mittagsbrei gut und gerne isst, dann kannst du nach ca. 4 Wochen mit dem Abendbrei beginnen. Im Beikostplan ersetzt dieser, wie der Name es sagt, die Flasche oder das Stillen am Abend, sorgt für ein gutes und warmes Gefühl im Bauch und lässt dein Kleines gut schlafen. Es gibt verschieden Möglichkeiten den Milch-Getreide-Brei zuzubereiten, hier findest du ein schnelles Grundrezept für den Abendbrei.

Für die Babyküche eignen sich frische Milch, H-Milch oder die ESL-Milch, die noch etwas länger haltbar ist als die frische Milch. H-Milch wird länger erhitzt und hat somit schon den typischen Kochgeschmack. Egal welche der drei Sorten du wählst, beim Fettgehalt solltest du 3,5 Prozent Fettgehalt nehmen, da Babys die Kalorien im ersten Lebensjahr gut gebrauchen können. Rohmilch solltest du nicht nehmen, da dadurch Keime von der Kuh auf den Menschen übertragen werden können und diese gefährlich sind für Babys.

Du kannst den Brei anfangs auch noch mit Pre-Milch oder abgepumpter Muttermilch anrühren, beides darf aber nicht aufgekocht werden.

Zum Thema Kuhmilch gibt es immer viele Fragen zu beantworten. Wenn du auch mehr erfahren möchtest, dann schau mal hier nach.

Die Auswahl zwischen den Getreideflocken ist besonders groß. Am besten sind Vollkorngetreide. Mischen sollte man die Getreideflocken anfangs noch nicht, sondern den Ess-Anfängern die Sorten nach und nach anbieten und schauen, ob die Babys sie vertragen. Für den Anfang eigenen sich die zarten Weichblätter, später kann man auch zu den grob und kernigen greifen. Babys mögen Dinkel, Hafer, Hirse, Reis und Weizen.

Der Nachmittagsbrei – Kraft für Zwischendurch dank dem Obst-Getreide-Brei ab dem 7. Monat

Den letzten Brei führt man 4 weitere Wochen später, in der Regel ab dem 7. Monat ein, wenn dein Baby den Mittagsbrei und Abendbrei schon gerne isst. Im Beikostplan wird die Milchmahlzeit am Nachmittag nach und nach durch einen Obst-Getreide-Brei ersetzt werden. Der Brei ist schnell zubereitet und spendet viel Energie bis zum Abendbrei. Reine Obstpürees, wie Apfelpüree oder Birnenpüree können auch schon ab dem 5. Monat als Nachtisch oder Snack gereicht werden. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten den Nachmittagsbrei zuzubereiten, hier findest du ein Grundrezept.

Antworten